Erfurter Bierlöcher - eine Tradition


Nicht nur in Erfurt, sondern in vielen größeren Städten war Bier im Mittelalter über Jahrhunderte hinweg das wichtigste Alltagsgetränk der Bevölkerung, weil das Grundwasser durch die Verunreinigungen oft ungenießbar war. Der Spruch „Bier zählt zu den Grundnahrungsmitteln“ hatte damals also tatsächlich seine Berechtigung.

 

Im Gebiet Erfurt besaßen zu dieser Zeit nur wenige Bürger das Recht, Bier zu brauen und auszuschenken. Neben dem Waidhandel zählte deshalb auch das Bierbrauen zu den ertragreichsten Geschäften. Aus diesem Grund gehörten die brauberechtigten Biereigen in Erfurt zu den reichsten und mächtigsten Bürgern der Stadt.

Zahlreiche Häuser der damaligen Biereigen in der Erfurter Altstadt besitzen noch heute runde Öffnungen oberhalb der Haustore, die sogenannten Bierlöcher. In die zum Teil sehr aufwendig gestalteten Öffnungen wurden Strohbündel gesteckt als Zeichen dafür, dass frisch gebrautes Bier gezapft wurde. Auf diese Weise wurden die durstigen Bürger der Stadt direkt zum frisch gebrauten Bier gelockt.